ZSB - Sommerkonzert massenbach

Festival-Stimmung beim Chor-Sommerkonzert

Vokalmusik aus neun Jahrhunderten präsentierten elf Chöre des Zabergäu-Sängerbundes im Schloss Massenbach.

Von Kerstin Besemer

 

Ein Sommerkonzert, das diesen Namen wirklich verdiente, erlebten die zahlreichen Zuhörer am Sonntagnachmittag vor der malerischen Kulisse des Schlosses Massenbach. Über 300 Sängerinnen und Sänger boten an insgesamt drei Aufführungsorten im und vor dem dreiflügeligen Anwesen Chormusik, wie sie vielschichtiger nicht hätte sein können. Ein umfangreiches Programm informierte die Zuhörer, wann wo welcher Chor auftrat, so dass sich jeder stets seine persönlichen Favoriten anhören konnte. Im Innenhof, im Gewölbekeller oder im großen Saal traten die Formationen wechselweise auf.

 

Zu hören waren beispielsweise sehr alte, traditionell überlieferte Werke aus dem 12. Jahrhundert, die das kostümierte Renaissance-Ensemble Camerata aus Sersheim mit passender Instrumentierung vortrug. Parallel dazu erklangen die lupenreinen Kinderstimmen der Little Voices aus Hausen, während tief unten im Keller, Rammsteins düstere „Engel“ des taktlos-Chores aus Brackenheim ertönten. Witz und Charme versprühten die Sänger des Liederkranzes Schwaigern beispielsweise mit ihrem „Reggea di uff“, einem vokalen schwäbischen Kabinettstückchen des Urgesteins Wolle Kriwanek, das bereits vom Publikum freudig erwartet wurde. Nicht nur unglaublich viele Musikrichtungen von Punk über Pop, Gospel, Klassik, Schlager bis Chanson waren zu hören, auch unzählige Sprachen füllten die Räume des Rokokko-Schlosses. „Es ist toll, zu sehen, wie sehr Singen die Generationen verbindet“, zeigte sich auch Werner Treuer, Präsident des Zabergäu-Sängerbundes begeistert beim Blick auf die sehr altersgemischten Sänger vom Kindergarten- bis ins hohe Rentenalter.

 

Ursula Layher, Chormeisterin im Zabergäu-Sängerbund und verantwortlich für das alljährliche Sommerkonzert, freute sich, dass das gut zweistündige Mammutprogramm so reibungslos über die drei Bühnen im Innenhof, im Saal und Gewölbekeller ging. „Heute hat sich einmal mehr gezeigt, dass sich konsequente Stimmbildungsarbeit lohnt. Was die Chöre hier geleistet haben, war schon enorm.“ Dem konnte Schwaigerns Bürgermeister Johannes Hauser nur zustimmen. „Das rege Chorleben in der Region ist eine positive Anregung für alle. Allein unsere Chöre vor Ort haben schon ein breit gefächertes Repertoire; ganz zu schweigen von den vielen Musikstilen, die heute hier zu hören sind“, zeigte er sich beeindruckt. Norbert Betz, Vorstand des gastgebenden Gesangvereins Massenbach hatte sich im Vorfeld für den Austragungsort stark gemacht: „Das herrliche Ensemble hier aus dem 18. Jahrhundert ist einfach ein idealer Rahmen für ein solch großes Konzert.“ Die Eintracht Massenbach sorgte zudem mit einem überdurchschnittlichen Angebot dafür, dass man im Innenhof den Sommertag bei Kaffee, Kuchen, Wurst, Eis und vielem mehr genießen konnte.

 

 

 

Bildtext: Eine gelungene Performance, witziges Liedgut und saubere Stimmen zeichnen den Liederkranz Schwaigern aus, der beim Sommerkonzert des Zabergäu-Sängerbundes im Schloss Massenbach auf der Bühne stand.

 

 

Hintergrund

 

Elf Chöre beim Sommerkonzert

Zum Zabergäu-Sängerbund zusammengeschlossen haben sich Chöre aus dem Zabergäu, dem Leintal und dem Kirbachtal. Beim diesjährigen Sommerkonzert standen elf Formationen auf den drei Bühnen: Die gemischten Chöre Liederkränze Schwaigern und Frauenzimmern, taktlos – der Chor aus Brackenheim, der Madrigalchor Vollmer, das Renaissance-Ensemble Camerata aus Sersheim, Arcobaleno aus Dürrenzimmern, Querbeet aus Stetten, der Männerchor des ZSB sowie Frohsinn Nordhausen, der Kinderchor Little Voices aus Hausen und der Frauenchor Cantabile. (keb)

 

Foto: Kerstin Besemer

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