Tag der Männerstimme 2015 Workshop

Singen hat nicht an

Interesse verloren

Überraschend hohe Teilnehmerzahl beim Workshop

Männerstimme des Zabergäu-Sängerbunds

Von Elke Khattab

GÜGLINGEN „Man muss immer überlegen, was die nächste Strophe bringt

und was man deutlich machen will. Jede Strophe sollte individuell gestaltet

werden“, sagt Marcel Dreiling. „Nicht eine Dynamik sieben Mal

hintereinander bringen“, macht der Dozent klar. Auf „Herz“ liege so die

Betonung in der ersten Strophe des Liedes „Bajazzo“. Auf dem Wort

„vielleicht“ dann in der zweiten Strophe. Noch einmal singen die Männer

das Lied. „Jetzt klappt es hervorragend.“

Marcel Dreiling ist zufrieden mit dem Ergebnis. Sichtlich Spaß haben auch

die insgesamt 63 Teilnehmer des Workshops „Männerstimme ZSB 2015“,

der am Samstagnachmittag vom Zabergäu-Sängerbund im Güglinger

Rathaus angeboten wurde. „Man muss sich mit dem Text eines Liedes

kritisch auseinandersetzen. Erst wenn ich den Text verstanden habe, kann

ich ein Lied verkünden, und dann macht es auch Spaß“, betont der

Musiklehrer, der ehrenamtlich als Musikdirektor des Schwäbischen

Chorverbandes und als Musikratsvorsitzender des Deutschen

Chorverbandes tätig ist.

Ensemble Neben dem bekannten „Bajazzo“ hat Dreiling mit „Mädchen von

Camaret“ auch ein unbekannteres Lied mitgebracht. Um dieses nach der

gesanglichen Begrüßung durch das Männerchorensemble der

Kulturwerkstatt aus Sersheim einzuüben, teilt der Dozent die Sänger in

ersten und zweiten Bass sowie in ersten und zweiten Tenor ein.

Mit jeder Gruppe wird zunächst einzeln gesungen, dann folgt das

gemeinsame Singen mit versetztem Einsatz. Auch hier ist der Referent mit

dem Ergebnis schnell zufrieden. „Es ist schön, mit so vielen besonders

Interessierten zu singen“, so Dreiling, der sich über die hohe

Teilnehmerzahl freut. „Der heutige Tag zeigt, dass das Singen nicht an

Interesse verloren hat.“ Vor allem seien nicht nur Sänger dabei, sondern

auch Chorleiterkollegen. „Ihre Bereitschaft zur Fortbildung beweist, dass

sie das lebenslange Lernen verstanden haben“, lobt Dreiling, der mit „Das

dumme Schaf“ zudem Zwerchfellimpulse gibt und neue Literatur vorstellt.

Auch Teilnehmer, die nicht einem Chor angehören, würden den Workshop

des ZSB besuchen, berichtet Ursula Stenzel, ebenfalls überrascht über die

hohe Resonanz. „Viele finden durch die Teilnahme den Weg in einen Chor.

Das ist für uns erfreulich“, so die Organisatorin der Stimmbildungstage.

Kompetenz Mit Marcel Dreiling habe sie einen kompetenten Dozenten

gefunden, lobt Werner Treuer. Der Präsident des ZSB nimmt selber an der

Veranstaltung teil und betont: „Der Workshop vermittelt neue Eindrücke,

die man sehr gut in der Praxis anwenden kann.“ Das Singen in einer so

großen Gruppe mache „richtig Spaß“, findet Manfred Blank. Mit drei

Sängerkollegen vom TuG Neipperg besucht er zum zweiten Mal einen

Workshop des ZSB. „Ein solches Weiterbildungsangebot ist sehr positiv.

Man bekommt viele gute Tipps.“

Foto: Elke Khattab

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