Cleebronn

Vom sonnigen Süden an die stürmische Nordsee

Der Liederkranz Cleebronn präsentierte ein Konzert mit vielen Akteuren und bunten Klangfarben

 

Von Gabi Muth

Melodien, die das Herz berühren, Kompositionen alter Meistern oder feurige Lieder vom Zauber des Südens – der Männerchor des Liederkranzes Cleebronn nahm bei seiner Jahresfeier in der voll besetzten TSV-Halle seine Gäste mit auf eine musikalische Reise durch Zeit und Genres. Dabei hatte der Verein auch Gastsänger eingeladen und eine besondere musikalische Überraschung parat: Die Preisträgerinnen des Wettbewerbs Jugend musiziert, Sue-Inken Huang und Laura Klooz, beeindruckten mit tollen Beiträgen auf ihren Violinen.

Schon bei der Begrüßung versprach der Vorsitzende des Liederkranzes Cleebronn, Bruno Dußle, den Gästen einen abwechslungsreichen Abend. Den eröffnete er sogleich mit seinem Männerchor, der von Sonja Forstner geleitet wird. „Die Welt ist voller Wunder“ sangen die Tenöre, Baritone und Bässe voller Inbrunst. Voll Schwung und Elan nahmen die fast zwanzig Männer ihr Publikum mit auf frohe Wanderschaft und erzählten im gleichnamigen Volkslied von Gottes schöner Welt. Schließlich der Abendfrieden – eine wunderschöne Komposition von Franz Schubert.

Man hätte eine Stecknadel fallen hören. Denn als im Anschluss daran die 13Järige Laura Klooz aus Cleebronn und die 14Jährige Sue-Inken Huang aus Untergruppenbach die Saiten ihrer Violinen spielten, war das Publikum ganz Ohr. Die taltentierten Musikerinnen, Preisträgerinnen des Wettbewerbs Jugend musiziert, glänzten unter anderem mit dem Allegro aus dem Oratorium „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn und ließen beim Ungarischen Tanz von Johannes Brahms die Finger flink und gekonnt platziert über das Griffbrett ihres Instrumentes springen. Am Ende war das Publikum begeistert und belohnte den Hörgenuss mit viel Applaus.

Szenenwechsel auf der Bühne. Der Liederkranz Pfaffenhofen und der Kirchenchor Michelbach nahmen ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine musikalische Reise entlang des Rheins. Den Taktstock führte Nelli Holzki. Ihr Mann Stefan Holzki war in die Rolle des Dichters Johann Wolfgang von Goethe geschlüpft und gab dessen Reime zum Besten.

Als Dichterfürst erzählte er von Goethes Stationen entlang des großen Flusses, und die Sängerinnen und Sänger umrahmten die Geschichten mit ihren Liedern. So sangen sie vom Dom in Mainz, machten musikalische Station in Köln und kamen schließlich in Amsterdam ans Ziel. Musik steckt bekanntlich an, und so stimmte bei „Tulpen aus Amsterdam“ der ganze Saal in die schwungvolle Melodie mit ein. Am Ende fließt der Rhein in die Nordsee. Für den Chor hieß es Abschied nehmen – mit einem stimmgewaltigen „Leinen los“ von der Gruppe Santiano.

Noch einmal waren die Gastgeber zu hören. Mit Elan und Tempo nahmen die Sänger ihr Publikum mit in den sonnigen Süden, streiften durch Spanien und beendeten ihren musikalischen Beitrag mit einem feurigen „Olé!“ Doch was wäre ein schwäbischer Männerchor ohne Musik vom edlen Wein? Zum Abschluss stieg der Liederkranz in den „tiefen Keller“, wo der rote Rebensaft aus dem Holzfass ins Glase rinnt.

 

Ehrung:

„Verdiente Sänger zu ehren ist immer ein Höhepunkt eines Vereinslebens“, betonte der Vorsitzende des Gesangvereins Liederkranz Cleebronn, Bruno Dußle. Dazu sei die Jahresfeier die beste Gelegenheit. Dußle nutzte den würdigen Rahmen, um sechs aktive Sänger und drei passive Vereinsangehörige mit Vereinsnadeln und Urkunden zu ehren.

Seit stolzen 70 Jahren singt Ewald Arnd beim Männerchor Cleebronn mit, besucht die Singstunden und steht nach wie vor mit auf der Bühne. Ebenso eifrig unterstützen Helmut Hofäcker, Fritz Holzwarth und Walter Mayer ihren Liederkranz. Sie sind seit 60 Jahren aktive Mitglieder. Für 30-Jähriges Singen wurden Erich Peter und René Wagner ausgezeichnet.

Doch auch passive Mitglieder sind wichtig. Sie bilden das Fundament für eine funktionierende Vereinsarbeit. Seit 60 Jahren gehört Heinz Auchter als solches dem Liederkranz an. Für 40 Jahre wurden Horst Schütz und Hans Einkörn ausgezeichnet. Mit einem Weinpräsent und mit Liedern von der edlen Rose bedankte sich der Chor schließlich bei seinen treuen Mitgliedern.

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