Gaukonzert 2015 kath. Kirche Güglingen

Musikgenuss trotz Rekordhitze

Das Sommerkonzert des Zabergäu-Sängerbundes überzeugte durch Klangqualität und Vielfalt.

 

Von Kerstin Besemer Wenn Programmflyer als Fächer dienen und Ventilatoren für Kühlung im Kirchenraum sorgen müssen, dann hat das Sommerkonzert des Zabergäu-Sängerbundes seinen Namen wahrlich verdient. Da das moderne Gotteshaus der Güglinger Dreifaltigkeitskirche zwar über eine tragende Akustik nicht aber über die dicken Mauer eines jahrhundertalten Bauwerks verfügt, stand die Wärme des Tages auch am frühen Sonntagabend noch im Kirchenschiff. Dennoch lauschten genügend interessierte Zuhörer den Darbietungen der drei ZSB-Projektchöre, des Frauenchores Cantabile, den Ensembles aus Sersheim, den Solisten und begleitenden Musikern. ZSB-Präsident Werner Treuer und Gau-Chormeisterin Ursula Layher dankten dem Publikum mehrfach für die Unterstützung und das Interesse trotz widriger Umstände. Belohnt wurden die Besucher mit einem anspruchsvollen und sehr abwechslungsreichen Konzertabend.  Raumfüllende, volltönende Chormusik aus über 30 Stimmen wechselte mit kammermusikalischen Klängen weniger Sängerinnen und Sänger sowie Beiträge verschiedener Vokalsolisten. Zu hören waren a-cappella Stücke ebenso wie Werke mit Klavierbegleitung, Orgel und Kammerorchester. Die musikalische Reise umspannte drei Jahrhundert und war entsprechend vielfältig. Bekannte Größen wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, Friedrich Silcher oder Josef Gabriel Rheinberger erklangen in loser Folge mit neuzeitlichen Komponisten wie Amanda McBroom (The Rose) oder Leonard Cohen (Hallelujah).  Einleitend präsentierte sich der gemischte Projektchor des ZSB mit Mendelssohn-Bartholdys „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ mit dem Text des Psalms 100. Mehrklang in den tiefen Lagen brachten im Anschluss die 22 Herren des ZSB Männerchors (Leitung Carl Burger) mit einer Auswahl geistlicher Werke unter anderem von Franz Schubert und A.E. Grell. Ein besonderes Bonbon und klanglich ein reizvoller Gegensatz zeigten fünf Sängerinnen des Jugendchors Sersheim mit französischen Stücken aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Klare, reine Stimmen in blitzsauberer Intonation ließen auf eine gute Vokalausbildung durch Leiterin Ursula Layher schließen.  Dynamisch zeigte sich der große Projektchor aus Mitgliedern der Jungen Chöre im ZSB mit einer Auswahl Gospels und Spirituals, gespickt mit bemerkenswerten Soli. Mit Klassikern wie The Rose oder dem Ohrwurm Hallelujah vertraten sie, unter der Leitung von Julius Gyurcsek, die neuzeitliche Riege der Komponisten. Das Männerchorensemble Sersheim lieferte mit acht ausgebildeten Stimmen Kammerklang vom Feinsten, etwa mit dem Sanctus von Friedrich Silcher. Auf den reinen Männerchorgesang folgten die Damen des Frauenchores Cantabile. Zusammen mit einer Auswahl Musiker des collegium musicum brachten sie die fein intonierte Messe in A von J.G. Rheinberger zu Gehör. Die harmonischen Solostimmen von Susannen Schaaf (Sopran) und Maria Chor (Alt) lockerten mit einem Stück aus dem Oratorium Elias erneut auf. Begleitet wurden sie von Thomas Habermaier am Klavier. Den Höhepunkt des Konzertabends bildete die Pastoralmesse in G von Karl Kempter, die mit Solisten, einem über 30köpfigen Projektchor, Streichern und Bläsern zur Aufführung kam. Die Gesamtleitung des Abends hatte Ursula Layher.  Bildtext: Ein geistliches Sommerkonzert vom Feinsten mit ausgewählten Werken und abwechslungsreicher Darbietung präsentierten die Chöre des Zabergäu-Sängerbundes. 

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