Frauenchor ZSB Cantabile

Variantenreiches geistliches Konzert

Fünf Jahrhunderte geistliche Chorliteratur bot der Frauenchor Cantabile in Meimsheim

Von Kerstin Besemer Das beeindruckende Repertoire der knapp 20 erfahrenen Sängerinnen des Frauenchores Cantabile überzeugte die Besucher des geistlichen Konzerts am Sonntagabend in der Meimsheimer Martinskirche. Ob englischsprachige Spirituals oder spätmittelalterliche Lobgesänge (Alta Trinita beata), zeitgenössische Abendlieder oder Klassiker von Friedrich Silcher – mehrsprachig und souverän meisterten sie Werke aus fünf Jahrhunderten. Unter der Leitung von Ursula Layher, Gauchorleiterin des Zabergäu-Sängerbundes, präsentiert sich der Frauenchor seit 2007 regelmäßig mit Chormusik verschiedener Stilrichtungen aus unterschiedlichen Epochen der Musikgeschichte in der Region.  Als Einstieg wählten die Sängerinnen zunächst zwei zeitgenössische Stücke. „Tröstet mein Volk“ und „Frieden“ von Gerhard Rabe und Horst Best nahmen die Zuhörer mit in das rund einstündige, abwechslungsreiche Programm. Aus dem Oratorium Elias von Felix Mendelssohn-Bartholdy wählten sie das bekannte „Hebe deine Augen auf“, das durch seine filigranen einstimmigen Passagen aufhorchen ließ. Große Spiritualität strahlte „Lord, I want to be a Christian“ aus. Eingängige Harmonien und die gut umgesetzte Dynamik in diesem beliebten Chorwerk blieben noch lange im Ohr. Neben anspruchsvollen a cappella Stücken, wie dem „One hand, one heart“ aus dem Musical West Side Story von Leonard Bernstein, zeigten sie auch mit Klavierbegleitung ihre Stärke. Besonders das Kyrie und Gloria aus Joseph Rheinberger Messe in A-Dur verzauberte mit herrlichen Harmonien und reinem Klang.  Pianist Thomas Habermaier sorgte nicht nur für die passende Unterstützung der Chorsängerinnen, sondern bereicherte das Programm auch mit einem ausdrucksstarken Klavierstück von Franz Liszt. Es beschrieb musikalisch die Wasserspiele an der Villa d’Este in Tivoli nahe Rom. Zunächst spielend-leicht und quirlig-perlenden lässt er die Zuhörer teilhaben an dem glitzernden Plätschern des Springbrunnens. Im Verlauf sorgt die linke Hand für mehr Klangfundament und Schwere, in Anlehnung an Liszts Philosophien über das Wasser als Quelle des Lebens. Außerdem begleitete Habermaier die Bratschistin Eva von Bechtolsheim im Largo und Allegro in G-Dur für Viola von Georg Philipp Telemann. Er war der erste Komponist, der im Barock ein Solokonzert für Bratsche schrieb und damit seiner Zeit voraus war. Der warme, volle Klang des selten solo gehörten Streichinstruments erfüllte das Kirchenschiff und bildete einen schönen Kontrapunkt zu Gesang und Klavier. In den Sonntagabend verabschiedete der Chor Cantabile die Zuhörer mit zwei wohlklingenden Abendliedern – eines davon als Zugabe. „Abend war, bald kommt die Nacht“ von Friedrich Samuel Rothenberg ist ein oft interpretiertes Stück für mehrstimmigen Chor. Mit  „Abend wird es wieder“ von Hoffmann von Fallersleben (Text) und J.C.H. Rinck überraschten sie ihr Publikum nach langanhaltendem Applaus.   Bildtext: Die erfahrenen Sängerinnen des Frauenchores Cantabile (Zabergäu-Sängerbund) überzeugten beim geistlichen Konzert in der Meimsheimer Martinskirche.  Foto: Kerstin Besemerr

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