CARUSOS beauftragte

CARUSOS Beauftragte im Zabergäu - Sängerbund:

DIE CARUSOS – Standard

für kindgerechtes Singen

Markus Lüdke unter Mitarbeit von Alexandra Kumant, Beate Quaas,

Maria Löhlein-Mader, Marcel Dreiling u.a.

Präambel

DIE CARUSOS ist die Qualitätsmarke des Deutschen Chorverbandes für Kindergärten und Kindertagesstätten, die in

besonderem Maße die musikalische Entwicklung der Ein- bis Sechsjährigen befördern. Dabei liegt der Schwerpunkt

auf dem kindgerechten und täglichen Singen. Die Auszeichnung besteht aus einer Urkunde und einer emaillierten

Plakette. Sie wird stets auf drei Jahre vergeben, nachdem ein CARUSOS-Fachberater in mehreren Besuchen die

Singe- und musikalischen Aktivitäten sowie das musikpädagogische Konzept der Einrichtung kennengelernt und

im Hinblick auf die Erfüllung des Standards überprüft hat.

Der CARUSOS-Standard dient dazu, die Qualität des Singens mit Kindern im Vorschulalter messbar zu definieren.

Das erfordert, dass er in allen seinen nachfolgend benannten Kriterien auch quantitativ dargestellt wird. Nur so lässt

er sich transparent und überprüfbar formulieren und kann den Anforderungen an eine Qualitätsmarke genügen.

1. DIE CARUSOS-Kriterium: Tägliches gemeinsames Singen

1.1 Es wird täglich gesungen.

Tägliches Singen ist die Grundvoraussetzung dafür, mit dem Instrument „Stimme“ natürlich und selbstverständlichumgehen

zu lernen. Erst im regelmäßigen und alltäglichen Umgang erhält das Singen den Stellenwert einer natürlichen

Lebensäußerung und vermag so das persönliche Ausdrucksspektrum zu bereichern.

Als Richtwert hierfür gilt, dass im Kindergarten jeden Tag mindestens 15 Minuten gesungen wird. Das entspricht etwa

der Anzahl von 5 verschiedenen Liedern mit Wiederholungen oder mehreren Strophen. Nachzuweisen durch protokollierte

Tagesabläufe sowie in Hospitationen des CARUSOS-Fachberaters.

1.2 Es wird regelmäßig zu bestimmten Anlässen gesungen (ritualisiertes Singen).

Die Formen, in denen sich das tägliche Singen vollzieht, können abwechslungsreich und vielfältig sein – vom Einüben

und Singen vorgegebener (notengebundener) Lieder über kreative Stimmspiele und -improvisationen bis hin zum so

genannten „freien Singen“, bei dem z. B. die Initiative der Kinder aufgegriffen und fortgeführt wird, wenn diese beim

Spiel spontan anfangen zu singen. Insbesondere sollte aber die Möglichkeit genutzt werden, im Tagesablauf sowie im

Jahres- und Festkreis wiederkehrende Ereignisse, gemeinsamen Aktivitäten und Rituale mit dem Singen zu verknüpfen.

Auf diese Weise trägt das Singen zur Rhythmisierung des Kindergartenlebens bei.

Als Bemessungswert hierfür gilt, dass der Kindergarten über mindestens 5 verschiedene Lieder verfügt, die regelmäßig

gesungen werden, als feste Bestandteile zum Tagesablauf, Jahres- oder Festkreis gehören und diesen gliedern.

Das können sein: Begrüßungslied im Morgenkreis, Lied vor dem Essen, Lied zur Verabschiedung, Jahreszeitenlied,

Geburtstagslied etc.

Nachzuweisen durch die Vorlage einer Liste aller im Kindergarten gebräuchlichen Rituallieder.

1.3 Es wird mit allen gesungen.

Auch bei unterschiedlichen Organisationsformen und Gruppenzusammensetzungen sowie bei unterschiedlichen

Neigungen, Profilen und Schwerpunktsetzungen der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist gewährleistet,

dass jedes Kind in jeder Gruppe der Einrichtung täglich Angebote zum Singen erhält.

Um dies zu gewährleisten, wird vorausgesetzt, dass der überwiegende Teil der Erzieherinnen und Erzieher einer

Einrichtung in der Lage ist, das Singen in die eigene Arbeit mit den Kindern einzubeziehen und anzuleiten. Für die von

den übrigen betreuten Kinder müssen Regelungen getroffen sein, die das dort fehlende Angebot auffangen.

Nachzuweisen durch protokollierte Tagesabläufe am Beispiel einzelner Gruppen oder Kinder (dies insbesondere bei

offenen Angeboten) sowie in Hospitationen des CARUSOS-Fachberaters.

2. DIE CARUSOS-Kriterium: Singen in kindgerechter Tonhöhe

Das kindliche Stimmorgan befindet sich in einem ständigen Wachstum und ist deshalb besonders sorgfältig zu

behandeln. Grundbedingung einer erfolgreichen gesanglichen Erziehung im Kindergarten ist deshalb die Kenntnis der

Gegebenheiten des kindlichen Stimmapparates und hier besonders der angemessenen Stimmlage.

Es sollte weder ständig zu tief noch zu laut gesungen werden, da dies die Entwicklung eines sensiblen Hörgefühls

beeinträchtigt und die Kinderstimme verbilden kann. Eine Schädigung der kindlichen Stimmbänder ist in jedem Fall zu

vermeiden. Daher müssen folgende Kriterien erfüllt werden:

2.1 Die gesungenen Lieder bewegen sich in der höheren Singlage.

In der Fachliteratur wird für das Kindergartenalter der Tonraum d1 bis f 2 als ideal angegeben (vgl. hierzu die

Publikationen von Paul Nitsche und Andreas Mohr). Im Prinzip ist dieser Tonraum bei Kindern nach oben offen. Aus

den benannten stimmphysiologischen Gründen ist daher die Begrenzung nach unten die entscheidende.

Wichtig für die tägliche Arbeit ist die hieran ablesbare Tendenz in die höhere Lage. Die Erwachsenen sollten sich

bewusst sein, dass sie den Kindern stimmlich entgegenkommen und also selbst in der kindgerechten Tonhöhe singen

müssen. Für Erzieherinnen und Erzieher, die meinen, selber nur über eine tiefere oder dunkle Stimmen zu verfügen,

bedeutet dies, sich in der Tendenz nach oben zu orientieren und zudem verstärkt ihre Kopfstimme anstelle der Bruststimme

auszunutzen.

Als Grenzwert nach unten ist der Ton c1 festgesetzt. Dieser darf nicht unterschritten werden (vgl. auch

DIE CARUSOS-K.O.-Kriterium 2).

Nachzuweisen in Hospitationen des CARUSOS-Fachberaters.

2.2 Die Lieder werden in kindgerechter Tonhöhe kontrolliert angestimmt.

Die anleitenden Erzieherinnen und Erzieher sind in der Lage, die Lieder mit Hilfe eines Instruments oder der

Stimmgabel in kindgerechter Tonhöhe kontrolliert anzustimmen.

Als adäquate Hilfsmittel gelten neben der Stimmgabel z.B. Glockenspiel, Stimmpfeife, Gitarre, Harmonika,

Blockflöte, Klavier o.ä.

Nachzuweisen in Hospitationen des CARUSOS-Fachberaters.

2.3 Die hohe Singlage wird mit den Kindern geübt.

Anregungen dazu können sein:

• Anleitung zum spielerischen und lautmalerischen Singen in der Kopfstimme, beispielsweise über Glissandoübungen,

Imitationen von Tierstimmen etc.

• Regelmäßige Einbeziehung des Tonraums über c2.

• Vermeiden von gepressten und geschrieenen Tönen.

Nachzuweisen in Hospitationen des CARUSOS-Fachberaters.

3. DIE CARUSOS-Kriterium: Vielfältige und altersgemäße Liedauswahl

3.1 Der Kindergarten verfügt gemeinsam über einen „Schatz“ vieler Lieder, der ständig erweitert wird.

Dieser Liederschatz besteht aus mindestens 40 Liedern.

3.2 Die Lieder besitzen einen altersgerechten Anforderungsgrad.

Insbesondere in der Singanbahnung, d.h. in der Auswahl der ersten Lieder, ist auf folgende Gesichtspunkte zu achten:

• Begrenzter Tonumfang (Ambitus), der vor allem den Umfang bedient, den die Kinder leicht und locker erreichen

können. Im Laufe des Singens soll der Tonumfang stetig erweitert werden.

• Überwiegend diatonischer Melodieverlauf, unterbrochen nur von kleineren Tonsprüngen.

• Übereinstimmung von natürlicher Wort- bzw. Silbenbetonung und melodisch-rhythmischen Schwerpunkten.

• Liedeinstieg möglichst von oben (stimmbildnerischer Vorteil für die Kinderstimme).

• Fassliche, gut überschaubare Lied- und Textabschnitte.

3.3 Die Lieder sind nach Themen, Inhalten und Anlässen aus der Lebenswirklichkeit der Kinder vielfältig und

abwechslungsreich zusammengestellt.

Tages- und Jahreskreis im Kindergarten bieten unzählige Anlässe zum Singen – beginnend bei bestimmten Ritualen,

wie etwa dem Stuhlkreis zur Begrüßung am Morgen oder zur Verabschiedung, über Geburtstage oder saisonale

Themen und Projekte bis hin zu religiösen oder kulturellen Festen wie Ostern, Weihnachten, Martinsumzug oder

Erntedankfest.

Bei der Liedauswahl sind folgende Punkte zu erfüllen:

• Die Lieder besitzen einen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Kinder.

• Die Lieder entstammen verschiedenen Gattungen und Liedtypen (Kinderlieder, Volkslieder, Rituallieder, Tanzund

Bewegungslieder, Kirchenlieder, Spiellieder etc.).

• Es werden Lieder aus anderen Ländern und/oder Kulturen einbezogen.

Von den 40 Liedern aus Punkt 3.1 sind mindestens 20 traditionelle Kinder- und Volkslieder. Mindestens 4 werden in

fremder Sprache gesungen.

3.4 Die Lieder sind nach musikalischen Gesichtspunkten vielfältig und abwechslungsreich zusammengestellt.

Bereits mit den ersten Liedern sollte Musik in ihrem gesamten Ausdrucks- und Gestaltungsreichtum vermittelt

werden. Zu berücksichtigen ist dabei die Wahl von Liedern mit wechselnden musikalischen Anreizen und Schwierigkeitsgraden:

• In verschiedenen Tonarten bzw. Tongeschlechtern (neben Liedern in Dur insbesondere auch solche in Moll oder aus

modalen und pentatonischen Skalen).

• In verschiedenen Taktarten (neben Liedern in geraden Taktarten wie 4/4tel und 2/4tel insbesondere auch solche in

schwingenden Taktarten wie 3/4tel und 6/8tel oder in asymmetrischen Taktarten wie 5/4tel).

• In unterschiedlichen Tempi.

• In unterschiedlichen musikalischen Charakteren.

Von den 40 Liedern aus Punkt 3.1 sind mindestens 4 in Moll oder einem anderen Tongeschlecht als Dur. Mindestens

4 weisen eine andere Taktart als 4/4tel oder 2/4tel auf.

4. DIE CARUSOS-Kriterium: Singen als ganzheitlicher Vorgang

Singen geschieht selten isoliert. Es fordert den ganzen Menschen, seinen ganzen Körper und die Interaktion mit

anderen. Die Übergänge zu Bewegung, Tanz, Spiel und Szene ergeben sich deshalb ganz natürlich. Im Gegensatz zu Erwachsenen

bilden diese für Kinder sogar eine untrennbare Einheit. Singen ist für sie stets ganzkörperlicher Ausdruck.

Deshalb sind ihnen im Singen entsprechende Angebote zu machen. Gestaltungsmöglichkeiten hierzu sind oft in den

Liedern selbst bereits angelegt. Viele Lieder besitzen Anreize, die über das Singen hinaus führen in einen ganzheitlichen

oder ganzkörperlichen Mitvollzug. Diesen gilt es aufzugreifen und zu entwickeln.

Eine solche Ausgestaltung kann auch dabei helfen, Lieder im Alltag zu pflegen und lebendig zu halten. Das Wiederholen

und Üben erfolgt dann unter ständig wechselnden Aspekten.

Möglichkeiten für die ganzheitliche Ausgestaltung des Singens sind:

• Begleitung der Lieder durch Gesten, Fingerspiele, Bewegungsabfolgen oder Tanz.

• Umsetzung der gesungenen Liedtexte als szenische Handlung.

• Begleitung der Lieder durch Klang- und Rhythmusinstrumente (elementares Instrumentarium).

Von den 40 Liedern aus Punkt 3.1 bietet der überwiegende Teil Anlässe zur ganzheitlichen Ausgestaltung des Singens,

wobei jedem der genannten Schwerpunkte mindestens 4 Lieder zuzuordnen sind.

5. DIE CARUSOS-Kriterium: Hoher Stellenwert des Singens im Kindergarten

5.1 Das tägliche Singen ist als wichtiger Bestandteil im hauseigenen Konzept verankert.

Eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zertifizierung von Einrichtungen nach dem CARUSOS-Standard ist, dass

das kindgerechte Singen im Sinne der CARUSOS-Kriterien zum Selbstverständnis der Einrichtung gehört. Spätestensnach der

CARUSOS-Verleihung sollte das Singen mit Kindern als wichtiger Bestandteil im hauseigenen Konzept des

Kindergartens festgesetzt und veröffentlicht werden. Auch auf Elternabenden werden die Inhalte vermittelt und mit

Anregung für das familiäre Singen weitergegeben.

5.2 Das Betreuungsteam bildet sich regelmäßig musikalisch fort.

5.3 Die Lieder werden regelmäßig vor Publikum präsentiert.

Für einen Kindergarten / eine Kindertagesstätte gibt es vielfältige Anlässe, die erlernten Lieder einem Publikum vorzutragen.

Die Einrichtung präsentiert sich damit nach außen und betont, dass in der Arbeit mit den Kindern auf das

kindgerechte und vielfältige Singen Wert gelegt wird.

Das gemeinsame Singen vor anderen stärkt zudem das Kind in seiner Persönlichkeit und vermittelt ihm intensive

Gemeinschaftserlebnisse. Musikalische Auftritte bekommen eine lebensgeschichtlich bedeutsame Funktion, sie haben

einen hohen Erinnerungswert.

Anlässe für Auftritte und öffentliches Singen können sein:

• Tag der offenen Tür

• Martinsumzug

• Sommerkonzert

• Erntedankfest

• Weihnachtssingen

• Singen bei Veranstaltungen mit Kooperationspartnern wie Grundschule, Kirchengemeinde, Chor, Sportverein,

Altenheim etc.

Nachzuweisen durch die Vorlage des hauseigenen Konzepts, Materialien der Öffentlichkeitsarbeit

(etwa Internetauftritt oder Flyer) und eines Jahresrückblicks.

DIE CARUSOS-K.O.-Kriterien

Der CARUSOS-Standard ist eine Qualitätsmarke. Das bedeutet, dass auf die Wahrung der Qualität größter

Wert gelegt werden muss und dass es Ausschlusskriterien (sog. K.O.-Kriterien) gibt, die eine Zertifizierung mit

dem CARUSOS-Zertifikat verbieten. Sollte auf einen Kindergarten einer der vier folgend genannten Sachverhalte

zutreffen, ist eine erfolgreiche CARUSOS-Zertifizierung vorerst ausgeschlossen.

1. DIE CARUSOS-K.O.-Kriterium: Die Einrichtung erfüllt nicht als Ganzes den Standard

Wird einer Einrichtung die CARUSOS-Qualitätsmarke verliehen, so geschieht das umfassend für die gesamte

Arbeit des Kindergartens und alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es genügt deshalb nicht, wenn in

einer Einrichtung nur einzelne Erzieherinnen für das Singen mit den Kindern zuständig sind und die Teilnahme

am Singangebot freiwillig ist. Hier kann das tägliche Singen (DIE CARUSOS-Kriterium 1) nicht für alle Kinder gewährleistet

werden.

Die Plakette ist „am Haus“ angebracht und deshalb müssen sich die gesamte Einrichtung und alle dort tätigen

Kräfte der Einhaltung der damit verbundenen Qualitätskriterien verpflichtet fühlen. Nach außen – etwa als Entscheidungshilfe

für Eltern, ob sie ihr Kind in dieser Einrichtung anmelden – wäre eine differenzierte Zertifizierung, die

lediglich einzelne Teilbereiche auszeichnet, ohnehin weder hilfreich noch darstellbar.

Kindergärten, in denen ausschließlich einzelne Bereiche, frei wählbare Angebote oder die Arbeit einzelner Erzieherinnen

den Qualitätskriterien genügen, sind von der Zertifizierung nach dem CARUSOS-Standard ausgeschlossen.

2. DIE CARUSOS-K.O.-Kriterium: Singen in nicht-kindgerechter Tonhöhe

Das gemeinsame Singen im Kindergarten darf den als untere Grenze festgesetzten Ton c1 nicht unterschreiten

(vgl. DIE CARUSOS-Kriterium 2.1).

Kindergärten, in denen häufig oder gar dauerhaft zu tief gesungen wird, sind von der Zertifizierung nach dem

CARUSOS-Standard ausgeschlossen.

3. DIE CARUSOS-K.O.-Kriterium: Überwiegende Nutzung von Fremdangeboten

Die CARUSOS-Qualitätsmarke ist auch eine Auszeichnung für das Mitarbeiterteam, welches das tägliche und

kindgerechte Singen durchführt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Kindergartens sollten sich deshalb

dem Ziel der Förderung des kindgerechten Singens verpflichtet fühlen.

Dabei können durchaus ergänzende musikalische Zusatzangebote von außen (etwa von Musikschullehrkräften

oder Kirchenmusikern) in die Arbeit der Einrichtung eingebunden werden. Dies kann insbesondere dann für

sinnvoll erachtet werden, wenn die eigenen Bemühungen um das kindgerechte Singen noch in der Entwicklung

befindlich sind. Solche Unterstützung von außen ist aber immer nur als ergänzendes Angebot zu verstehen, welche

das eigene Engagement nicht zu ersetzen vermag. Die Erzieherin ist die entscheidende Bezugsperson und

mit ihrer Einstellung zum Singen Vorbild.

Kindergärten, die überwiegend Fremdangebote nutzen, sind von der Zertifizierung nach dem CARUSOS-Standard

ausgeschlossen.

4. DIE CARUSOS-K.O.-Kriterium: Überwiegende Nutzung audio-visueller Medien

Audio-visuelle Medien können die musikalische Arbeit und das Singen bereichern. Insbesondere können sie das

Kennenlernen und Erlernen neuer Lieder sowie den Einstieg in das eigene Singen erleichtern. Jedoch sind sie mit

Bedacht einzusetzen.

Ein zentrales Ziel sollte bleiben, dass jedes Kind und auch jede Erzieherin die eigene Singstimme entdeckt und

Vertrauen zu ihr entwickelt – und das ganz unbegleitet. Zudem können Medien das gemeinsame und lebendige

Singen, in dem Musik in wechselseitiger Interaktion miteinander gestaltet wird, nicht ersetzen. Zuletzt muss

sichergestellt sein, dass auch die eingesetzten Medien dem CARUSOS-Standard genügen (insbesondere im

Hinblick auf die kindgerechte Tonhöhe, auf die musikalische Qualität der Produktion, die Anreize und Angebote

zum Mitsingen etc.).

Hier gilt also gleiches wie bei der Nutzung von Fremdangeboten: Die Verantwortung für das Singen mit Kindern

darf nicht an Dritte abgetreten werden – und sei es, wie in diesem Fall, an einen CD-Player bzw. die Macher von

Tonträgern und Playbacks.

Kindergärten, in denen überwiegend zu audio-visuellen Medien gesungen wird, sind von der Zertifizierung nach dem

CARUSOS-Standard ausgeschlossen.

Gültigkeit der CARUSOS-Zertifizierung

Die Zertifizierung wird für 3 Jahre erteilt und erlischt dann automatisch. Ein Fortsetzungsantrag muss rechtzeitig

gestellt werden. Sollte es zu keiner Verlängerung kommen, verpflichtet sich der Kindergarten/die Kindertagesstätte,

die Plakette von der Hauswand zu entfernen.

 

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